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Jugendliche Fußballfans als gesellschaftliches Phänomen | APuZ 21/1984 | bpb.de

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APuZ 21/1984 Artikel 1 Stimmungskanonen für die Kämpfe der Zeit Die Unterhaltungskunst der DDR 1984 zwischen Resignation und Reorganisation Mediale Gewaltdarstellung und ihre Effekte Graffiti — Sprachliche Wirkungsmuster und Aktionsziele einer Kontrakultur . beschmieren Tisch und Tuch, besprühen Haus und Wände" Jugendliche Fußballfans als gesellschaftliches Phänomen

Jugendliche Fußballfans als gesellschaftliches Phänomen

Helmut Heitmann

/ 26 Minuten zu lesen

Zusammenfassung

Das allgemeine Meinungsbild zu jugendlichen Fußballfans ist unmißverständlich und geprägt von Stigmatisierungen und Kriminalisierungen. Ein Beitrag zur Aufklärung dieses Phänomens scheint somit dringend geboten: Fußballfans sind sportinteressierte Zuschauer, die sich durch besondere, nicht auswechselbare Vereinstreue auszeichnen und durch auffällige auf den Bezugsverein verweisende Kleidung und bestimmte Aufenthaltsorte im Stadion von den übrigen Zuschauern unterscheiden. Ihre Gesamtzahl liegt zwischen 100 000 und 150 000; zumeist sind sie männlichen Geschlechts, wobei das Altersspektrum von ca. 12-25 Jahren reicht. Handlungsfelder für die Fans sind primär die Spielbesuche, wo sie mit lautstarken Sprechgesängen ihren Verein unterstützen. Gleichsam eine Fortsetzung der Begegnung auf dem Spielfeld stellen für sie die meist ritualisierten Auseinandersetzungen mit den gegnerischen Fans dar, die sich jedoch allmählich (nicht zuletzt auch aufgrund der Einwirkung anderer jugendlicher Subkulturen und verschärfter Systeme polizeilicher Kontrolle im Stadion) aus dem Stadion herausverlagern und dort offensichtlich gewalttätigere Formen annehmen. Friedliche Zusammentreffen von Fans gegnerischer Mannschaften sind dagegen seltener, jedoch auch beobachtbar. Sie differieren allerdings hinsichtlich ihrer Intensität und Ausprägung erheblich voneinander. Die Stammvereine selber begegnen der Mehrzahl dieser Clubs mit Desinteresse, abgesehen von Kontakten, die der Eindämmung von Ausschreitungen bei Bundesligabegegnungen dienen sollen. Dabei werden meist Wege beschritten, die einerseits auf bauliche Veränderungen im Stadion abzielen und andererseits an polizeitaktische Maßnahmen erinnern. In den Massenmedien wird selten eine genaue Situationsbeschreibung von Fußballkrawallen gegeben; statt dessen wird mit skandalträchtigen und kriminalisierenden Schlagzeilen zu einer Stigmatisierung und Segregation der Fans beigetragen. 1978 wurde nun vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft eine Projektgruppe „Sport und Gewalt“ eingerichtet. Diese zeigt in ihrem 1982 veröffentlichten Abschlußbericht u. a. praktische Maßnahmen auf, die geeignet erscheinen, Krawallen und aggressivem Fansverhalten entgegenzuwirken. Gleichzeitig konstituierte sich 1982 in Bremen ein „Fan-Projekt“, für das die dortige Sportjugend die Trägerschaft übernahm. Ziel des Projektes ist es, Aufklärung über dieses Phänomen zu schaffen und Maßnahmen zur Eindämmung bzw. Verringerung der Gewalttätigkeiten bei Fußballfans einzuleiten.

Das zunehmende Auftreten randalierender und gewalttätiger jugendlicher „Fußballfans“ ist den letzten Jahren für die Fußballvereine und -verbände zu einem schwerwiegenden Problem und für die Medien zu einem schlagzeilenträchtigen Thema geworden. In den europäischen Pokalwettbewerben haben vor allem junge englische „Fußballanhänger" traurigen Ruhm erlangt Ähnliche Entwicklungstendenzen sind — zwar weniger ausgeprägt — auch in der Bundesrepublik Deutschland zu beobachten. Der tragische Tod eines jungen Spielbesuchers bei dem Pokalspiel Hamburger Sportverein gegen Werder Bremen am 16. Oktober 1982 hat allgemein Bestürzung ausgelöst — auch bei den jugendlichen Fußballfans. Solche alarmierenden Vorgänge haben zwar eine Diskussion in Gang gesetzt, wie man diesen gefährlichen Auswüchsen wirksam begegnen kann. Sie haben aber auch das allgemeine Meinungsbild über die jugendlichen Fußballfans in einer einseitigen und bedenklichen Weise geprägt, denn in der Regel erfährt man über diesen Personenkreis nur etwas im Zusammenhang mit Sachbeschädigung und mehr oder weniger verletzungsträchtigen Auseinandersetzungen.

Verantwortlich hierfür ist in erster Linie eine meist selektierende Berichterstattung in den Medien, insbesondere in den Boulevardblättern, die in der Regel wenig dazu geeignet ist, den Blick auf Hintergründiges zu lenken, Zusammenhänge und Wechselwirkungen aufzu-decken sowie auch nur ansatzweise Verständnis für das Tun der Fans zu wecken.

Im Gegensatz dazu soll es in diesem Beitrag weniger um eine defizitorientierte und auf einen bestimmten Aspekt bezogene Darstellung des Phänomens jugendlicher Fußballfans gehen, d. h. also eine Betrachtungsweise, die die Gewalttätigkeiten mit der Folge von Stigmatisierung und Kriminalisierung in den Vordergrund schiebt, sondern um die anschauliche und realitätsnahe Darstellung einer jugendlichen Subkultur, die sich außerhalb pädagogisch vorbereiteter Sozialisationsfelder unter den Bedingungen massenhafter Zusammenkunft und zeitlicher Befristung auf das Wochenende eine spezifische Lebenswelt schafft und unter Einsatz vielfältiger Symbole und Rituale sich Räume aneignet, die gezeichnet sind von Popularität, Spannung und Erlebnissen.

Es scheint notwendig, den Blick auf Hintergründiges zu lenken, die Aggressivität der Fans im Kontext eines subkulturellen Wert-gefüges innerhalb der Fanszene zu sehen und hierbei auch das Spannungsgefüge Öffentlichkeit, Fußballsport, Massenmedien, Polizei und Verein, in dem die Fans sich befinden, miteinzubeziehen. Gerade die einseitige Her-aushebung des gewalttätigen Aspekts würde den Blick hierauf versperren und den bereits genannten Tendenzen der Stigmatisierung und Kriminalisierung Vorschub leisten.

I. Zur Definition von Fußballfans

Fußballfans sind nach einer Definition von H. Friebel „sportlich besonders interessierte Zuschauer, die sich durch ein hohes Maß prinzipiell nicht auswechselbarer Vereinstreue, verbunden mit einer überdurchschnittlichen Begeisterungsfähigkeit, von den distanzierten Besuchergruppen unterscheiden" In der Regel können die Fans unterschiedlichsten Altersstufen und verschiedensten Sozialschichten entstammen.

Im Rahmen dieses Aufsatzes wird eine Beschränkung auf jugendliche Fans vorgenommen, die sich vor allem in der Fußballbundes-liga akustisch, optisch und durch bestimmte Aufenthaltsorte im Stadion von den übrigen Zuschauern unterscheiden.

Als Fanblock im Stadion stellen sie keine homogene Masse dar, sondern sind unterteilbar in unterschiedlich „agierende" Kleingruppen. Sie haben sich in der Regel zu Fanclubs zusammengeschlossen, die so bezeichnende Namen wie „Die Wölfe", „Die Adler", „Green Army", „Die Treuen" oder „Südkurve“ tragen.

Entsprechend dem inneren Zusammenhalt der Bindung an den Verein sowie den Aktivitäten und dem Grad des Auffallens im und um das Stadion herum reicht das Spektrum von sogenannten „ordentlichen“ bis hin zu (auch derart betitelten) „wilden“ Fanclubs. 1. Anzahl, Altersspektruin und biographische Daten Die Gesamtzahl der Fans wie auch der Fan-clubs ist schwer zu schätzen. Bezogen auf die beiden Bundesligen dürfte die Zahl der Fans bei (mindestens) einhunderttausend liegen. Die Mitgliederzahlen der einzelnen Fanclubs bewegen sich dabei zumeist zwischen zehn und einhundert Genaue Angaben können selten gemacht werden, denn mitunter sind die Mitgliederzahlen den Clubs (vermutlich aus Gründen hoher Fluktuation) selbst nicht bekannt.

Ähnliches gilt für das Altersspektrum der Fans, das sich nur grob umschreiben läßt. In der Regel sind die Fans zwischen zwölf und fünfundzwanzig Jahre alt, worin die Altersgruppe zwischen vierzehn und zwanzig offenbar überwiegt.

Die Mitglieder der Fanclubs sind in der Mehrheit männlichen Geschlechts, wobei eine Untersuchung einen Anteil von 92% eine andere einen von 85% feststellt. Hinsichtlich ihres schulischen Abschlusses und der beruflichen Qualifikation scheinen bei Fanclubmitgliedern im Vergleich zum „Durchschnittsjugendlichen" keine signifikanten Unterschiede zu bestehen. Mehrere Untersuchungsergebnisse stimmen in dieser Hinsicht in etwa überein U. Pramann etwa führt eine Analyse an, wonach nur jedes sechste von ihm angetroffene Fanclubmitglied ohne Schulabschluß gewesen sei, die Zahl der Arbeitslosen habe bei 10% gelegen Nach einer anderen Untersuchung besteht „eine zunehmende Beliebtheit der Fan-Kultur bei Jugendlichen der unteren und mittleren Mittel-schicht" 2. Zeitlicher und finanzieller Aufwand Die Fans wenden für ihr Hobby meist beträchtliche Zeit auf. Der Besuch von Heimspielen ihres Vereins ist obligatorisch, die Fahrt zu Auswärtsbegegnungen meist ein besonderer Treuebeweis zur Mannschaft Entsprechend einer Untersuchung aus dem Jahre 1980 besuchten etwa 75% aller Mitglieder von Fanclubs die Hälfte alle Heimspiele, über 50% aller Mitglieder waren bei jedem zweiten Auswärtsspiel zugegen

Besonders zeitaufwendig und kostspielig wird es für die Fans, wenn die Bundesligaspiele während der Woche ausgetragen werden und/oder die favorisierte Mannschaft außerdem noch an einem europäischen Pokalwettbewerb beteiligt ist. Mitunter bedeutet dies, insbesondere bei Auswärtsfahrten, außer hohen Unkosten noch den Verzicht auf einen Arbeits-bzw. Schultag.

Neben der Teilnahme an den Heim-und Auswärtsspielen sowie deren „Rahmenprogramm" belasten die unentbehrlichen Fan-Utensilien, insbesondere die mit Emblemen und Aufnähern übersäten Westen, den finanziellen Haushalt der Fans. Mitunter werden bei dem Verkauf bzw. Kauf dieser Utensilien sogar dreistellige Summen erzielt.

Insgesamt setzt man die durchschnittlich einem Fan entstehenden finanziellen Unkosten bei monatlich 150, — DM bis 200, — DM an Eigene Beobachtungen speziell des „harten Kerns“ der Fans deuten auf einen wesentlich höheren Betrag hin.

II. Handlungsfelder, Reaktionen und Wechselwirkungen

Für Fußfallfans stellen vor allem die Spielbesuche die maßgeblichen Handlungsfelder dar. Dem stehen zwar innerhalb der Woche noch eine ganze Reihe anderer Aktivitäten außerhalb der Stadien gegenüber, doch sind die Besuche der Heim-und Auswärtsspiele mit dem dazugehörigen Begleitprogramm die primär Inhalts-und erlebnisreichsten Betätigungsfelder. 1. Regeln, Symbole und Rituale Als Treffpunkte vor den Spielen dienen den Fans in der Regel in Stadionnähe gelegene Orte wie Kneipen, Imbißbuden, Würstchen-buden etc. Überschwengliche Begrüßungssze-nen kennzeichnen häufig das Bild des Zusammentreffens mit Gleichgesinnten.

Von den „normalen“ Zuschauern sind sie schon von weitem durch ihr Außeres deutlich zu unterscheiden. Mit ihren Trikots, Mützen, Schals und Jacken, sind sie kaum zu übersehen. Der Phantasie und dem Erfindungsreichtum sind offensichtlich keine Grenzen gesetzt. Vereinzelt schminkt man sich auch schon mal das Gesicht oder färbt sich die Haare in den Vereinsfarben. Erlaubt ist alles, soweit eine gewisse Uniformität unter den Fans gewahrt, das heißt die Mannschaft als Identifikationssymbol erkennbar bleibt und die eigene „Kostümierung" die betreffende Person nicht zu sehr in die Nähe eines Clowns rückt.

Besonders auffallend sind immer wieder die über und über mit Stickern und Vereinswappen des eigenen Fanclubs, des Stammvereines und befreundeter Fanclubs übersäten „Fan-Westen“. Auch Aufnäher, die auf verhaßte Vereine hinweisen und dies auch bildhaft für alle Außenstehenden kenntlich machen, finden sich häufig. Die Fans versorgen sich mit solchen Accessoires in der Regel aus den mitunter von den Vereinen selbst unterhaltenen Fan-Artikel-Läden sowie bei den „fliegenden Händlern“ vor den Stadiontoren. Bei dem Wunsch nach seltenen Exemplaren wird bisweilen schon mal eigenständig eine kleinere Serie in Auftrag gegeben, oder man versucht sich selbst mit der Herstellung in der heimischen Wohnung

Eine halbe bis ganze Stunde vor Spielbeginn finden sich die Fans im Stadion vor den Eingängen zum Fan-Block ein. Sobald eine bestimmte Anzahl von Fans zusammensteht, ertönen die ersten Gesänge. Ihr Ziel ist der Verweis auf das „Territorium", die Stärkung der Gemeinschaft und die Provokation und Verhöhnung der gegnerischen Fans. Die dabei manchmal auf die Melodie von alten Schlagern und Volksliedern erdachten Texte erscheinen dem Normalbesucher derb bis brutal und beinhalten mitunter — offensichtlich mit zunehmender Tendenz — sogar Parolen, die man eher neonazistischen Organisationen zuschreiben würde, die aber weniger politische Überzeugungen ausdrücken, sondern vielmehr eine extreme Form der Provokation darstellen. Provoziert und verspottet wird dabei, wie K. Weis ausführt, ohne Rücksicht auf Moral oder politische Verflechtungen des einzelnen Die territorialen Machtansprüche im heimischen Stadion — verdeutlicht durch das offentsichtlich überall gleich klingende „Hier regiert der ...“ werden optisch untermauert durch Fahnen und die bereits erwähnte Fankleidung.

Unterstützt wird die ganze Zeremonie durch ein von einem aufgeregten Hüpfen begleitetes Synchronklatschen mit hocherhobenen Händen. Außerdem werden, gut sichtbar für das übrige Publikum, Schals in den Vereins-farben emporgehalten.

Mit Beginn des Spieles entwickeln sich die Aktionen der Fans primär abhängig von dem, was sich auf dem Spielfeld beobachten läßt. Ihre Gesänge scheinen die Ereignisse dort zu kommentieren

Während der Pausen kommt es zu den schon fast verbindlichen Zusammentreffen mit den gegnerischen Fans. Sollten diese einmal fehlen, treten „harmlose, spielerische Raufereien“ auf, oder es wird nach neuen Gegnern Ausschau gehalten

Zumeist aber sind die gegnerischen Fans zugegen, und die „Kampfesrituale" finden ihre Fortsetzung in hautnahen Aufeinandertreffen deren Schauplätze in der Regel die Gehwege hinter den Zuschauerrängen sind. Meistens stehen sich die rivalisierenden Fans — durch eine von Polizeikräften und Ordner-personal gebildete Pufferzone getrennt — drohend gegenüber und versuchen, sich durch lautstarke Schlachtrufe und Originalität in den Texten gegenseitig zu übertrumpfen. Dabei kommt es, wenngleich nur gelegentlich, auch zu handgreiflichen Auseinandersetzungen, wobei diejenigen, die dafür Verantwortung tragen, darauf achten, in der Anonymität zu bleiben. Doch wird meistens das Ritual gegenseitiger Drohung und Provokation eingehalten, und die Fans scheinen ein Gespür für die Grenzen von Regeln zu besit-zen, die ohne größere Verletzungsgefahr für beide Gruppen das Aufeinandertreffen symbolisch zu verarbeiten versuchen

Das während der Spielpausen durchweg zahlreich anwesende Aufgebot an Polizeikräften trägt zudem mit seinen Teil dazu bei, die Fans vor Übergriffen und Gewalttätigkeiten zurückschrecken zu lassen. Gegen Ende der Pause marschieren in der Regel fast alle auf ihre alten Plätze zurück, und hinter den Rängen kehrt zunächst Ruhe ein.

Mit dem Wiederanpfiff des Spieles versuchen Fans auch durch überklettern des Absperrgitters und einen sich daran anschließenden Sprint über das Spielfeld oder das Eindringen in den Block des gegnerischen Anhangs, die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu lenken und/oder sich die Anerkennung ihrer „Mitstreiter“ zu verdienen. Gelingt ihnen die Überwindung der Hindernisse, dann müssen sie außerdem versuchen, unbeschadet den Aufenthalt im gegnerischen Block — der mitunter gekrönt wird von einem kurzen, aber lautstarken Verweis auf die eigene Präsenz an diesem Ort oder den Versuch, eines der gegnerischen Fanutensilien wie Schal, Trikot oder gar Fahne an sich zu reißen — zu überstehen. Nach Abpfiff des Spiels ist das Fußballereignis für die Fans meist noch nicht beendet, im Gegenteil. Zwar wird das Spielfeld nicht mehr gestürmt — das bleibt den „Großereignissen" wie Meisterschafts-oder Aufstiegsfeiern Vorbehalten — doch widmen sich die Aktivitäten eines Teiles der heimischen Fans in der Regel erneut dem jetzt abziehenden gegnerischen Anhang. Dabei ist als ständiges Muster die „Begleitung" der gegnerischen Fans auf ihrem Rückweg zum Bus-Standplatz oder zum Bahnhof zu beobachten. In der Folge kann es schon zu heftigeren Auseinandersetzungen kommen, wobei — offensichtlich aufgrund eines Gewohnheitsrechts unter Fans — u. a. wieder versucht wird, gegnerischer Fanutensilien habhaft zu werden. „Beutegüter" dieser Art sind deshalb besonders begehrt, weil sie Statuserhöhung in den eigenen Anhängerreihen versprechen und auf besondere (identitätsstützende) Erlebnisse in der eigenen Lebensgeschichte verweisen, die in späteren Erzählungen meist noch entsprechend „ausgeschmückt" werden 2. Rollen Der Fanblock existiert nicht als homogene Gruppe, sondern unterteilt sich in unter-schiedlich aktive Kleingruppen. So nimmt etwa H. U. Hermann eine Unterteilung in „hochaktive Fangruppen, die sich aus Haupt-akteuren rekrutieren und die gewissermaßen die Brennpunkte oder Kristallisationszentren des Geschehens ausmachen" und in „weniger engagierte Gruppen, die Mitläufer und Gaffer vereinen und damit peripheren Charakter be‘sitzen" vor Die erstgenannte Gruppe wirkt aufgrund ihres Handelns in besonderem Maße als Vorbild für Neuzugänge und den Nachwuchs. Presse und Fernsehen haben dabei als Informationsübermittler insofern besondere Bedeutung, als sie einigen Fangruppen mit ihren Schlagzeilen und Photos in den Wochenend-und Montagsausgaben zu zweifelhaftem Ruhm verhelfen und dadurch die Aufmerksamkeit des jüngeren Publikums im Stadion erst auf diese lenken. .

Auffallende Beachtung innerhalb dieser Gruppen finden diejenigen, die in der Gemeinschaft jeweils die Rolle der „Führerfigur"

auszufüllen scheinen. In der Regel ist dafür eine große Körperkraft und häufig bewiesener Mut Voraussetzung. Ihr Verhalten, das von maskulinen Normen wie „Härte, Mut und Verläßlichkeit" geprägt ist, hat Signalwirkung für andere. Über sie „läuft zum großen Teil die Vermittlung von Verhaltensregeln wie z. B. keine Angriffe auf . normale'Zuschauer, Kinder und Mädchen“ auch wenn diese nicht generell vor Übergriffen geschützt sind. 3. Binnenstruktur und Organisation der Fanclubs Die Fans gehören in der Regel sogenannten Fanclubs an, deren formaler Organisationsaufbau zu dem des Stammvereines kaum Unterschiede aufweist. Meistens gibt es einen Präsidenten, einen Kassenwart, einen Schriftführer, für bestimmte Tätigkeitsfelder wie der Organisation von Auswärtsfahrten zuständige Ausschüsse und natürlich auch eine Satzung, die die Mitglieder der Clubs häufig in kurzen und prägnanten Sätzen über ihre Rechte und Pflichten belehrt. Zuweilen finden sich darunter auch Bestimmungen, die auf die Häufigkeit der Teilnahme an Spielbesuchen Einfluß zu gewinnen und/oder das äußere Erscheinungsbild der Fans bei Auftritten im Stadion festzuschreiben versuchen. Auffällig ist außerdem noch, daß häufig — vermutlich als Folge öffentlichen Drucks — durch Satzungsregeln dazu angehalten wird, dem offiziell „erwarteten" Bild eines „ordentlichen“ und „disziplinierten" Fanclub gerecht zu werden

Bei einigen Vereinen hat sich ein Teil der Fanclubs jeweils zu Dachverbänden bzw. Arbeitsgemeinschaften zusammengeschlossen Ihre Funktion besteht in erster Linie darin, als Interessenvertretung der Clubs deren Anliegen öffentlichkeitswirksam(er) zu vertreten, die Fans zu gewaltlosem Verhalten anzuhalten (s. o.) und den Kontakt zu den Stammvereinen organisatorisch zu erleichtern. Andere Vereine haben von sich aus die Initiative ergriffen und zu bestimmten Fanclubs offizielle Kontakte hergestellt. Das Ziel solcher Vorgehensweisen besteht darin, die „gewalttätigen" Fans und die „unberechenbaren" und dem Verein Schaden zufügenden Clubs auszusondern, sprich die Spreu vom Weizen zu trennen. Damit sät man allerdings Neid und Mißgunst zwischen den einzelnen Clubs und fordert mitunter die ausgesonderten Fans zu noch aggressiverem Verhalten heraus 4. Auswärtsfahrten Auswärtsfahrten gelten als besonderer Treue-beweis zum Verein und bieten zudem die Möglichkeit für besondere und erzählenswerte Erlebnisse.

Auffallendes Merkmal bei der Teilnahme an den Auswärtsfahrten ist die mitunter von den Fans eigenständig vorgenommene Binnendifferenzierung der eigenen Fangemeinde in Zug-und Busreisende Während die letztgenannten das von ihnen benutzte Verkehrsmittel in der Regel erst vor den Stadiontoren zu verlassen brauchen, steht den Benutzern der Bundesbahn am Ankunftsort meist noch ein „heißer Empfang“ durch die gegnerischen Fans bevor. Entsprechend betrachten die Zug-reisenden gegenüber den Busbenutzern ihr Tun als Beweis von Mut und besonderer Unerschrockenheit. In den meisten Fällen schließt sich dem „Empfang" auf dem Bahnhof ein längerer, nicht ungefährlicher Anmarsch zum Stadion des gastgebenden Vereins an. Die Polizei stellt den angereisten Fans dazu häufig einen „Begleitschutz", im Fachjargon „Klettenprinzip“ ge-nannt Im Anschluß an das Spiel, d. h. auf dem Rückmarsch, bietet sich, vorausgesetzt der auswärtige Anhang ist in genügender Anzahl erschienen und die beiden Anhängergemeinden stehen in „Rivalität" zueinander, ein ähnliches Bild. Die Auseinandersetzungen können noch dadurch provoziert werden, daß das Spiel selbst und das Geschehen im Stadion Aufregung, Spannung und Erlebnisse vermissen ließen, die Fans beider Vereine in besonderem Maße miteinander „verfeindet" sind und/oder die gastgebende Mannschaft das Spiel verloren hat. In solchen Fällen muß damit gerechnet werden, daß der (möglicherweise jubelnd) zum Bahnhof marschierende gegnerische Anhang — insbesondere vereinzelt hinterhertrottende Fans — zur Zielscheibe von Angriffen heimischer Fans wird. Speziell bei Niederlagen ihres Stammvereins besteht auch die Gefahr, daß die angereiste Anhängerschaft — zahlenmäßig unterlegen und fremd in der Stadt — verstärkt mit Zerstörungen und Beschädigungen in den Stadt-zentren und öffentlichen Verkehrsmitteln reagiert. 5. Alkohol Alkohol spielt beim Zusammensein von Fußballfans eine besondere Rolle.

Mit steigendem Alkoholpegel erhöht sich durch dessen stimulierende und enthemmende Wirkung die Gefahr der Übergriffe und Gewalttätigkeiten unter den Fans. Insbesondere bei Polizei und Justiz wird die Ansicht vertreten, daß der Alkohol der eigentliche Auslöser für derartige Verhaltensweisen und Formen der Konfliktaustragung ist. Deshalb bemüht sich die Polizei, erkennbar stark alkoholisierte Fans schon auf ihren Anmarschwegen zu den Stadien und bei Kontrollen an den Eingangspforten zu arrestieren Zu einem generellen Alkoholverbot, wie es in England weitgehend der Fall ist, konnte sich in der Bundesrepublik bisher nur selten ein Verein durchringen, zu sehr schmerzen wohl die damit verbundenen finanziellen Einbußen. Inwieweit jedoch durch ein Alkoholverbot die Fans vom Genuß abgehalten werden können, ist andererseits allerdings mehr als fraglich. Möglicherweise würde sich dann der Alkoholkonsum vor die Stadiontore verlagern. 6. Ausschreitungen und Gewalttätigkeiten Unbestreitbar ist, daß es in letzter Zeit auch zu Gewalttätigkeiten zwischen den Fans und damit in Zusammenhang stehenden Zerstörungen in den öffentlichen Verkehrsmitteln etc. kommt. Vorherzusehen sind solche Auseinandersetzungen z. B. beim Aufeinander-treffen von Anhängerscharen mit langjähriger Feindschaft. Diese mag sich möglicherweise vor vielen Jahren einmal an einem kleinen Vorfall entzündet haben, doch ist dieser deshalb noch lange nicht in Vergessenheit geraten. Weitere Gründe für besondere Rivalitäten zwischen den Anhängergemeinden sind in der historischen Entwicklung des Fußball-sports zu finden. So haben einerseits offenbar bereits aus der Vorkriegszeit bekannte Ressentiments und offene Anfeindungen zwischen einzelnen Vereinen ihre Übertragung auf die heutigen Anhängerschaften gefunden z. B. bei einigen Ruhrgebiet beheimateten im Vereinen). Andererseits stehen tiefere Beweggründe für die heftige Konkurrenz zweier Anhängergemeinden frühere Klassengegensätze, die sich ehemals in der Zugehörigkeit einem bestimmten Verein widerspiegelten und bis heute den Fans im Bewußtsein verhaftet geblieben zu sein scheinen, obwohl der Verein, die Mannschaft und die Spieler schon nicht als Sinnbild lange mehr eine für bestimmte Klassenzugehörigkeit stehen. Immer noch sogenannte „Lokalderbys“ zwischen deren Spieler und Vereinen, Anhänger sich einst aus unterschiedlichen Sozialschichten rekrutierten ihre besonderen Reize.

Zu ernsthaften Verletzungen kommt es während dieser Auseinandersetzungen, soweit sie sich auf das Areal des Stadions beschränken, fast nie. Diese sind eher vor den Stadiontoren, auf den An-und Abfahrtswegen und in den Stadtzentren zu verzeichnen, wohin sich, — in der Tat ein Phänomen gerade der letzten Jahre —, die Auseinandersetzungen zunehmend zu verlagern scheinen Die dort begangenen Gewalttaten sind ungleich schwerer und nicht mehr so leicht zu kontrollieren. Außerdem entfernen sich die Fans (und ihre Aktivitäten) damit von den Stadien, die ihren Ritualen erst einen Sinn gegeben haben. Diese Entwicklung ist vermutlich eine Folge der verstärkten Kontrollen im Stadion, sowie einer Vermischung der Fan-Kultur mit anderen jugendlichen Subkulturen und Stilen (z. B. jugendliche Skin-Heads). Parallel dazu beginnen die Regeln und Rituale sich zu verselbständigen und dadurch scheinbar sinnlose Zerstörungs-und Gewaltakte herauszufordern.

Als Nebenfolge tritt eine allgemeine Verunsicherung unter den Fans auf, da die ihnen bekannten Formen ritualisierter Auseinandersetzung, die ihnen ansonsten ein gehöriges Maß von Sicherheit vermitteln und Konflikte größeren Ausmaßes verhindern helfen, außerhalb des Stadions aufgrund fehlender Übersichtlichkeit der Situation und der Örtlichkeiten rapide an Bedeutung verlieren Das Resultat ist oftmals u. a. (aus Angst vor möglichen Überfällen) ein Verzicht auf die „FanKluft" und/oder eine zunehmende Bewaffnung 7. Rolle der Polizei Zum ständigen Bild gehören bei Bundesliga-begegnungen die Polizeikontingente in den Stadien. Ihre Aufgaben und Ziele bestehen im Personen-und Objektschutz, der Unterstützung von Ordnern bei der Durchführung ihrer Tätigkeit der von Tumulten Verhinderung und Krawallen bzw.der Aufdeckung in diesem Zusammenhang -von möglicher weise begangenen Straftaten. Aus diesem Grunde werden meistens schon im Vorfeld Stadion, An-und Abfahrtswege sowie bestimmte neuralgische Orte wie Bahnhof und bekannte Treffpunkte von Fußballfans oftmals unter Zuhilfenahme von Kameras und Videoaufzeichnungsgeräten überwacht. Die eingesetzte Anzahl von Polizeibeamten bewegt sich meist zwischen ca. 50 und 500 Personen, sie ist abhängig von der Attraktivität des Spieles, der zu erwartenden Zuschauerkulisse (speziell der sich darunter befindenden Fans) und der Größe des Stadions.

Oft sind die im Stadion eingesetzten Beamten uniformiert und treten in „Gruppenstärke" auf, so daß ihnen ein wirkungsvolles Eingreifen bei „gegebenen Anlässen" auch möglich erscheint. Parallel dazu werden häufig auch Zivilbeamte eingesetzt.

Auf das Verhalten der Polizei reagieren die Fans recht zwiespältig. Einerseits können sie dem oftmals autoritären Verhaltensstil und dem „harten Durchgreifen" der Polizei, das gerade ihrer eigenen maskulinen Normenwelt entspricht und in gewissem Sinne gar als „Lernmilieu" für sie fungiert, ihre Anerkennung nicht verhehlen. Andererseits sind sie aber eben oft selbst die Zielscheibe solcher Polizeieinsätze. Die Folge davon sind zwar mitunter Beschwerden über das Durchgreifen der Polizei, doch nur selten Anzeigen gegen Polizeibeamte. Ebenso wie man den gegneri2%) sehen Fans eine „rabiate(re) Gangart“ und die Anwendung von körperlicher Gewalt zugesteht, scheint man solch ein Verhalten offensichtlich auch von den Polizeibediensteten zu erwarten.

In gewisser Hinsicht werden sie dadurch von den Fans in ihr „Geflecht von Spiel, Wettkampf und Erlebnis" einbezogen und sind mitunter selbst „Mitspieler und Adressat" der von den Fans initiierten Aktionen. Dementsprechend können sie somit auch zur Zielscheibe der von den Fans mit provokativer, verspottender und Aufsehen erregender Absicht inszenierten Handlungen werden. 8. Friedliche Zusammentreffen von Fanclubs Berührungspunkte bzw. Zusammentreffen von Fanclubs ergeben sich nicht nur bei den allwöchentlichen Bundesligabegegnungen, sondern auch durch die Teilnahme an Fanclubturnieren oder Fanclubmeisterschaften. Diese finden allerdings in nur unregelmäßigen Abständen und mit unterschiedlich großer Teilnehmerzahl statt.

Neben den sportlichen Wettkämpfen sollen diese Zusammenkünfte bzw. das kontrollierte Aufeinandertreffen der rivalisierenden Clubs vor allem die Möglichkeit bieten, Streitigkeiten beizulegen, neue Kontakte zu knüpfen und den Grundstein für eine „friedliche Koexistenz" zu legen.

Mittlerweile existieren zwischen einigen Fanclubs — zum Teil sogar über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus — freundschaftliche Beziehungen, die jedoch hinsichtlich Intensität und Ausprägung erheblich voneinander differieren. Während die einen sich zu friedlichen Gesprächen und zum Austausch von Emblemen und Wimpeln treffen, veranstalten andere Fanclubs mit ihren vermeintlichen „Gegnern" Freundschaftsspiele oder arrangieren sogar ihnen zu Ehren Feste. Dabei stellen sie ihren „Gästen" kostenfrei Schlaf-plätze zur Verfügung, ein zudem nicht unwichtiger Faktor auch bei dem Besuch von Auswärtsbegegnungen. 9. Beziehungen und Kontakte zum Stammverein Das Interesse der Fans an ihrem Bezugsobjekt, dem Verein, bzw. die Suche nach Nähe zur Mannschaft und deren Idolen ist verständlicherweise in der Regel groß. Höhepunkte sind in diesem Zusammenhang immer wieder die Zusammentreffen mit den Spielern und dem Trainer.

Mitunter gehen die Wünsche und Forderungen der Fans über diese Form der Kontakt-pflege hinaus, und man versucht (z. B. durch Sprechchöre und persönliche Bitten) Einfluß auf vereinsinterne Regelungen und Beschlüsse wie z. B. Spielerkauf, Trainerwahl oder Mannschaftsaufstellung zu gewinnen. Dies mag zwar völlig irreal erscheinen und ist eigentlich auch immer erfolglos, aber es ist insofern verständlich, als die Fans sich durchaus als gewichtiger Unterstützungsfaktor ihrer Mannschaft begreifen, zumal finanziell oder sportlich in Nöte geratene Vereine durch eindringliche Appelle an den „langjährigen" Anhang sie in dieser Einschätzung bestärken. Eine mitunter erfolgversprechendere Form, sich bei der Vereinsführung Gehör zu verschaffen, ist die des bereits erwähnten Zusammenschlusses in . Arbeitsgemeinschaften“ oder „Dachverbänden“. Nicht alle diese Zusammenschlüsse erfreuen sich dabei jedoch eines guten Kontaktes zur Vereinsführung. Nur allzu häufig ist ihre Bedeutung und ihr Wirkungsfeld durch die Begrenztheit der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel oder durch den Umstand, daß nur ein Teil der Clubs sich zu einem solchen Zusammenschluß bereit erklären, eingeschränkt. Letzteres ist möglicherweise darauf zurückzuführen, daß viele Fanclubs einen derartigen Organisationsapparat für nicht transparent genug halten und dahinter eine nicht ihrem Interesse entsprechende Einflußnahme auf das Tun ihres Clubs vermuten. Dies nicht ohne Grund, denn oftmals fungieren diese Verbände nicht nur als Interessenvertretung, sondern wirken vermutlich als Folge des öffentlichen Drucks kontrollierend und disziplinierend auf den ihnen unterstellten Anhang zurück. Zwar liegt dies durchaus auch im Interesse der jeweiligen Stammvereine, doch hat es diese zu einer engen Zusammenarbeit mit den Dachverbänden bisher meist nicht motivieren können.

Die Fans sind heutzutage, da sich die Vereine eher mit dem Besuch von Persönlichkeiten aus Politik, Film und Fernsehen etc. schmücken, und die Idole sich mit ihren sechs-bis siebenstelligen Jahreseinkommen in höchste Sozialschichten emporgehievt haben, offensichtlich auch kaum noch relevante Gesprächspartner. Zudem gelten in den Augen der Vereinsmanagements die Ausschreitungen in Zusammenhang mit Fußballfans als das den Bundesligafußball am meisten belastende Übel. Tunlichst ist man deshalb darauf bedacht, die Eigenständigkeit und Selbstverantwortlichkeit der Fanclubs zu betonen, um sich gegenüber der Öffentlichkeit jeglicher moralischer wie auch juristischer Verantwortung zu entziehen. Meistens zeigt der Verein nur Desinteresse an seinen Fans, zu Kontakten kommt es häufig nur dann, wenn die wenig publikumswirksamen Fußballkrawalle eingedämmt werden sollen. Dabei werden in der Regel Wege beschritten, die auf bauliche Veränderungen im Stadion abzielen, wie z. B. die Errichtung eines Sperrzaunes oder einer käfigähnlichen Umzäunung für den Fan-Block, und der . Ausgrenzung" weiter Teile des Anhangs dienen. Zur Eindämmung von Krawallen soll auch eine Erhöhung der Zahl der anwesenden Polizisten und Ordner oder gar die Durchführung eigener vereinsinterner „polizeitaktischer Maßnahmen" beitragen

Eine Folge davon scheint zu sein — jüngste Ereignisse sprechen dafür —, daß Haß und Mißgunst unter den Fans zunehmen und viele sich gezwungen sehen, sich ihr „Erlebnis“ in vor den Stadiontoren gelegenen und vermutlich weniger zugänglichen sozialen Räumen zu verschaffen. In der weiteren Konsequenz kommt das sowohl einer Verschärfung als auch einer Verlagerung des Problems gleich (zunehmende Militanz, politische Brisanz in Form neonazistischer Einflüsse), doch dürfte dies die Vereine weniger berühren, denn deren Verantwortlichkeit endet an den Stadion-toren. 10. Die Rolle der Massenmedien Kaum eine andere Institution beeinflußt und prägt so nachhaltig das Bild von Fußballfans wie die Medien. Dabei geriet kaum eine andere und so zahlenmäßig starke Gruppierung Jugendlicher mit skandalträchtigen und in den Bereich der Kriminalität rückenden Schlagzeilen derart in Verruf und wurde in eine gesellschaftliche Außenseiterposition gedrückt wie die der jugendlichen Fans.

Stigmatisierende Pauschalverurteilungen bestimmen auch heute noch regelmäßig das Bild der Massenmedien zum Thema Fußballfans. Ausgewogene und das Phänomen „Fußballkrawalle und -Vandalismus" von einer anderen Seite beleuchtende Berichterstattungen und Kommentare sind dagegen (immer noch) eine Rarität in bundesdeutschen Medien. *

Bei entsprechenden Vorfällen wird kaum einmal eine genaue Situationsbeschreibung geleistet oder auf auslösende Momente — die durchaus auch im Zusammenhang mit dem Vorgehen der Polizei oder dem Tun der Ordner stehen können — verwiesen. Fast immer bleiben die Fans unbefragt bzw. ihre Antworten finden nur dann Einlaß in die Berichterstattung, wenn es den vorgefaßten Urteilen der Berichterstatter entspricht. Nur selten wird dabei zwischen den Fans differenziert Mitunter sogar ersparen sich die Journalisten die Mühe eigener Berichterstattung und lancieren mit kleinen Abänderungen, jedoch ohne sie als solche kenntlich zu machen, die Pressemitteilungen der Polizei auf die Sport-seiten der Montagsausgaben.

Bisweilen werden den Berichterstattungen noch einfache psychologische Erklärungsmodelle angeheftet, die jedoch meist weniger zur Erhellung des Phänomens beitragen, als eher noch den Fans als willkommenes Alibi dienen und deren Tun im Nachhinein, wie Kaminski beschreibt, die nötigen Rechtfertigungen liefern: „Wenn das Orientierungsinstrument naive Verhaltenstheorie so funktioniert, dann wird deutlich, daß sie zu einem sehr gefährlichen und raffinierten Kampfinstrument werden kann, welches Handlungen, die uns Affekte, Wünsche, Attitüden und Motive nahe-legen, vorweg und im nachhinein auf perfide, unangreifbare Weise rechtfertigen hilft.“ über die Bandbreite sonstiger Aktivitäten der Fans oder Fanclubs (wie Fußballspiele, Club-abende, Ferienfahrten etc.) erfährt die Öffentlichkeit in der Regel wenig, während ein bestimmter von Aggressionen gekennzeichneter Ausschnitt aus dem Leben der Fans in offenkundiger Regelmäßigkeit in die Schlagzeilen gelangt Eine in dieser Form für die Montagsausgaben aufbereitete Sportberichterstattung verspricht steigende Umsatzzahlen. Sie ist gekennzeichnet durch den „verkaufsfördernden Drang zur Dramatisierung von Fußballspielen" und die „Sucht nach Sensationen und Superlativen" Begegnungen werden zu . Jahrhundertspielen“ aufgewertet, andere zu „Schlagern der Saison“ erklärt, eher bewußt als unbewußt wird Stimmungsmache betrieben, werden zusätzliche Emotionen geschürt. Diese besondere Art der Sportberichterstattung gibt Aufschluß über einen Vorgang, ge-nannt „Eigengesetzlichkeit der Massenkommunikation“ der in diesem Zusammenhang möglicherweise der Gewalt in Verbindung mit Fußballspielen in nicht unerheblichem Maße Vorschub leistet. Gemeint ist damit das Phänomen des selektierenden Kommunikationssystems. Nicht das Normale, das Alltägliche fordert zur Berichterstattung heraus, sondern vielmehr die Ausnahmen, die verstärkt wahrgenommen und entsprechend „ins Bild“ gesetzt werden. Folglich sind die Massenmedien auch nicht neutral, sondern schaffen von sich aus eine „Wirklichkeit“, die dadurch, daß sie „gewalttätige Auseinandersetzungen durch erhöhte Aufmerksamkeit prämiert“ gerade zu eben solchen Taten herausfordert, denn auch die Fans sind aufmerksame Leser ihrer „Publicity“ versprechenden „Kritik" und legen vereinzelt sogar Mappen darüber an.

III. Forderungen und Maßnahmen

1. Forderungen der Projektgruppe „Sport und Gewalt"

Die 1978 vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft eingerichtete Projektgruppe „Sport und Gewalt“ geht in ihrem 1982 veröffentlichten Abschlußbericht u. a. auf praktische Maßnahmen ein, die dazu geeignet erscheinen, Krawallen und aggressivem Fanverhalten entgegenzuwirken.

Neben der ausdrücklichen Forderung nach Einsatz von Sozialarbeitern in diesem Feld wird an die Vereine appelliert, ihre Kontakte zu den Fanclubs zu intensivieren. Für das Umfeld sowie den Innenraum des Stadions wird vorgeschlagen, alle Aggressionen bedingenden Reize zu vermindern und auf den Alkoholausschank zu verzichten. Durch die Schaffung von mehr Sitzplätzen in den einschlägig bekannten Kurven erhofft man sich, aggressivere Handlungen einschränken zu können Von den Fußballspielern wird erwartet, sich im besonderen Maße um faires Verhalten zu bemühen und aggressionssteigernde Verhaltensweisen zu unterlassen.

An die Polizei wird die Forderung gerichtet, die jeweiligen Anhängerschaften voneinander getrennt zu halten, sie unaufdringlich mit uniformierten Polizisten zu eskortieren und bei drohenden Auseinandersetzungen (neben den Sozialarbeitern) beschwichtigend auf die rivalisierenden Fangemeinden einzuwirken

Die verantwortlichen Redakteure und Journalisten aus Presse, Funk und Fernsehen werden schließlich dazu angehalten, sich im Zusammenhang mit Fußballspielen und Fußballfans Zurückhaltung aufzuerlegen und um objektive Darstellung zu bemühen, positive Fan-aktivitäten zu betonen und aggressive Be-griffe sowie eine künstliche Überhöhung der Bedeutung von Spielen zu vermeiden 2. „Das Bremer Fan-Projekt"

Zu Beginn des®Jahres 1982 wurde in Bremen von der dort beheimateten Sportjugend ein „Fan-Projekt" ins Leben gerufen

Ziel dieses Vorhabens ist es, sich ein genaues Bild der Bremer Fanszene zu erarbeiten, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, den jugendspezifischen Wünschen und Bedürfnissen mit „alternativen“ Freizeitangeboten entgegenzukommen und Maßnahmen einzuleiten, die es ermöglichen, die Gewalttätigkeiten zwischen den Anhängerschaften zu verringern und einzudämmen. a) Aktivitäten der Projektgruppe Zur Herstellung und längerfristigen Gewährleistung eines Kontaktes zu den Fans wurden verschiedene Wege beschritten. Die wichtigsten hiervon waren wohl der Besuch der Spiele durch Mitglieder des Projektes und die Einrichtung eines sogenannten „Patenkonzepts", d. h. die Aufteilung der Projektmitarbeiter auf die existierenden Fanclubs und die daraus sich entwickelnde Übernahme von „Vermittler-und Betreuungsaufgaben“. Dem zuzuordnen ist die ebenso vom Projekt initiierte „Fanclub-Vertreterversammlung", deren Ziel es ist, Kontakte zu intensivieren und Unstimmigkeiten sowie Streitigkeiten zwischen den Clubs aus dem Wege zu räumen.

Außerdem wurde ein sogenannter . Arbeitskreis" eingerichtet, dem Vertreter der Projekt-gruppe, der Polizei, des Jugendamtes, der Sportjugend und des Vereines angehören. In ihm wird der Versuch unternommen, einen Informationsaustausch einzuleiten und die Zusammenarbeit zu verbessern.

Im weiteren zählt es zu den Tätigkeiten des Projektes, kulturelle sowie bildungspolitische Veranstaltungen (z. B. Fußballturniere und Diskussionsabende) zu organisieren und den Fans mit alternativen Freizeitangeboten zu begegnen.

Ein besonderes Interesse der Projektgruppe gilt der gezielten und direkten Intervention bei potentiellen Gewalttätigkeiten. Diese Arbeit konzentriert sich in der Regel notwendigerweise auf das Vorfeld der Spiele und verfolgt das Ziel, bestehende Feindschaften zwischen den Anhängerschaften wenn nicht einzudämmen, so doch zumindest zu verringern. b) Einsichten und Forderungen des Projekts Die vielleicht wichtigste Erkenntnis des Fan-Projekts besteht darin, daß die Fans und Fan-clubs zunehmend unterschiedlich agieren und die traditionellen Ritual«. Normen und Regeln mehr und mehr aufweichen und an Bedeutung verlieren. Dies zeigt sich z. B. in der zunehmenden Militanz, der Bewaffnung und dem Verzicht auf Fankleidung. Speziell der Fannachwuchs, für den das Fußballstadion offensichtlich besonders bedeutsam ist und der sich angesichts seiner pubertären Entwicklungsphase gerade für vorgelebte Verhaltensmuster empfänglich zeigt, erfährt diesbezügliche Verhaltensweisen und Formen der Gewaltanwendung, wie Bewaffnung, Polizeipräsenz und aggressives Vorgehen als zugehörig zum Fanalltag und versucht, dem nachzueifern Als Folgen dieser Entwicklung werden eskalierende Formen der Gewaltanwendung festgestellt Angesichts dieser Tendenz sind nach Auffassung der Projektgruppe alle betroffenen Institutionen aufgefordert, verstärkt zusammenzuarbeiten und auf die häufig zu beobachtende Praxis, sich gegenseitig den „Schwarzen Peter" zuzuschieben zu verzichten.

Des weiteren sollte bereits im Vorfeld entsprechend (rejagiert werden, z. B. durch die Verhinderung von Diffamierung und durch Erweiterung des Spektrums für Formen der Selbstdarstellung. Außerdem sollte versucht werden, den Feindschaften zwischen den Fan-gemeinden durch von unvoreingenommenen Vermittlern geführte Verhandlungen entgegenzuwirken. Auch die Einrichtung einer Fußballfanclubliga könnte nach Ansicht der Bremer Projektgruppe diesem Zweck dienlich sein.

Wichtige Voraussetzung für ein Gelingen wäre allerdings die Initiierung und Durchführung ähnlich gearteter „Betreuungsmaßnahmen“ bzw. die Einrichtung entsprechender Stellen in anderen Städten sowie eine städte-übergreifende Zusammenarbeit dieser Einrichtungen.

IV. Schlußbetrachtung

Für die Fans ist das „Fandasein" offensichtlich ein Versuch, aktiv und in relativer Autonomie der im Lebensalltag erfahrenen Widersprüche, Deprivationen und Unsicherheiten entgegenzuwirken und innerhalb einer Bezugs-gruppe sowie in einem öffentlichkeitswirksamen Feld Geborgenheit und Status zu erlangen. Das Stadion und das Umfeld markieren einen Fluchtpunkt aus einer tristen und bedrückenden Realität und sind so der Platz für das Ausprobieren einer Art von Leben, die der Öde, der Spannungsarmut und der vorgelebten Berufs-und Lebensperspektive der Eltern-und Erwachsenenwelt entgegensteht.

Dieses mag vielleicht einer Art irrationaler Wirklichkeitsflucht gleichkommen, doch angesichts wachsender Ghettoisierung und Ausgrenzung Jugendlicher aus der Erwachsenen-welt sowie der Erfahrung einer offensichtlich unabänderbaren Alltagsrealität erscheint vielen Jugendlichen das „Fandasein“ die einzige Möglichkeit zu sein, noch „Identität" zu erlangen und zu erhalten.

Leider aber wird dies nur zu selten begriffen, scheint das auffällige Verhalten der Fans von den betroffenen Institutionen eher als eine Folge jugendlichen „Überflußübermuts“ und als eine Art jugendspezifischer „Krawallust“ interpretiert zu werden. Als Konsequenz daraus folgt der wohlbekannte Ruf nach mehr Ruhe und Ordnung und damit nach restriktiven Maßnahmen, die das offensichtlich „schlechte" und nicht in genügendem Maße „angepaßte“ und „disziplinierte" Verhalten der Jugendlichen (wieder) in die „richtigen" Bahnen lenken sollen.

Das mag vielleicht kurzfristig zu einer Verhinderung von Ausschreitungen und Eskalationen auf den Zuschauerrängen führen, doch längerfristig betrachtet deuten sich die Folgen bereits in Form zunehmender Gewalttätigkeiten außerhalb der Stadien und zunehmender Veränderung und Verselbständigung der bisher gültigen Regeln und Rituale an. Jüngste Ereignisse scheinen, wie schon angedeutet, zu bestätigen, daß Fans und Fangruppen in unzugänglichere „soziale“ Räume und politisch brisante(re) Felder abzuwandern drohen und Auseinandersetzungen zwischen Fußballfans einer Eskalation unterliegen.

Fussnoten

Fußnoten

  1. H. Friebel u. a„ Selbstorganisierte Jugendgruppen, Opladen 1979, S. 45.

  2. H. U. Hermann, Die Fußballfans, Schormdorf 1977, S. 151.

  3. U. Pramann, Das bißchen Freiheit — Die fremde Welt der Fußballfans, Hamburg 1980, S. 57.

  4. Vgl. H. U. Hermann, a. a. O. (Anm. 2), S. 18; H. Friebel, Krieg der Fans, in: betrifft erziehung, 13 (1980) 7/8, S. 46.

  5. Vgl. U. Pramann, a. a. O. (Anm. 3), S. 57f.

  6. K. Weis u. a., Zuschauerausschreitungen und das Bild vom Fußballfan, in: G. Pilz u. a„ Sport und Gewalt, Schorndorf 1982, S. 92.

  7. Vgl. H. Friebel, Fußballfans — Erfahrungswelt und Lebenswelt einer ungeliebten Jugendkultur, in: deutsche jugend, 27 (1981) 8, S. 367.

  8. Vgl. H. Friebel, a. a. O. (Anm. 4), S. 42.

  9. Vgl. H. Heitmann, Rebellion in den Stadien. Zum Phänomen jugendlicher Fußballfans, unveröffentlichte Diplomarbeit an der FU Berlin, Berlin 1983, S. 141ff.

  10. Vgl. H. Friebel u. a„ a. a. O. (Anm. 1). S. 42.

  11. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang noch eine Tendenz, die sich speziell in den Bundesligagroßstädten abzuzeichnen beginnt. Gemeint ist die in jüngster Zeit zu beobachtende (regional unterschiedliche) Veränderung von Kleidungsformen, Symbolen und auch Verhaltensweisen, die die Szene der Fußballfans u. a. durch den — hier allerdings nicht weiter zu hinterfragenden — Einbruch bzw. die Vermischung mit Stilformen und Gehabe anderer Jugendsubkulturen („Skinheads“ und .. Punks“) erfährt. Es darf einen deshalb nicht verwundern, wenn in den Fankurven mittlerweile auch kahlgeschorene Häupter, breite Hosenträger, schwere Stiefel, olivgrüne Wind-und schwarze Lederjacken ins Blickfeld geraten.

  12. Vgl. K. Weis, Gewalt im Stadion, in: T. Kutsch/W. Wiswede (Hrsg.), Sport und Gesellschaft, König-stein 1981, S. 192.

  13. Vgl. H. Heitmann, a. a. O. (Anm. 9), S. 23f. und 146.

  14. N. Göbbel/M. Knaust/L. Linnemann u. a„ Unveröffentlichter Zwischenbericht des Bremer Fan-Projekts, Bremen 1982, S. 5.

  15. Vgl. H. Heitmann, a. a. O. (Anm. 9), S. 24.

  16. Vgl. K. Weis, a. a. O. (Anm. 12), S. 189.

  17. Vgl. H. Heitmann, a. a. O. (Anm. 9), S. 291. und K. Weis u. a., a. a. O. (Anm. 6), S. 86.

  18. H. U. Hermann, a. a. O. (Anm. 2), S. 30.

  19. H. Gabler u. a., Zuschaueraggressionen — Eine Feldstudie über Fußballfans, in: G. Pilz u. a., a. a. O. (Anm. 6), S. 49

  20. N. Göbbel/M. Knaust/L. Linnemann u. a„ a. a. O. (Anm. 14), S. 17.

  21. Sogenannte „wilde“ Fanclubs werden in diesem Punkt nur in Ansätzen erfaßt, über sie ist bisher nur wenig bekannt.

  22. Vg. H. Friebel u. a., a. a. O. (Anm. 1), S. 93.

  23. Vgl. H. Heitmann, a. a. O. (Anm. 9), S. 178.

  24. Vgl. ebd„ S. 51 ff.

  25. Vgl. N. Göbbel/M. Knaust/L. Linnemann u. a., a. a. O. (Anm. 14), S. 12

  26. Vgl. H. Heitmann, a. a. O. (Anm. 9), S. 38 und 39.

  27. Vgl. ebd„ S. 166.

  28. Vgl. ebd., S. 157f. und 171 ff.

  29. Vgl. N. Göbbel/M. Knaust/L Linnemann u. a„ a. a. O. (Anm. 14), S. 17f.

  30. Vgl. ebd.

  31. K. Weis, Gewalt und Sport, in: Die Polizei, (1979) 9, S. 294.

  32. N. Göbbel/M. Knaust/L. Linnemann u. a„ a. a. O. (Anm. 14), S. 49 und H. Heitmann, a. a. O. (Anm. 9), S. 53 f.

  33. Kaminski, zitiert nach H. Gabler u. a., a. a. O. (Anm. 19), S. 46.

  34. Vollkamer, zitiert nach G. Pilz, Gewalt im Sport — Nur ein sportliches Problem? in: psychologie heute, 9 (1982) 6, S. 30.

  35. R. Eckert, Jugendprotest, Bürgerinitiativen und Parteidemokratie, in: deutsche jugend, 30 (1982) 2, S. 71.

  36. Vgl. ebd.

  37. Vgl. G. Pilz u. a., a. a. O. (Anm. 6), S. 21.

  38. Vgl. ebd., S. 20.

  39. Vgl. ebd., S. 21.

  40. Vgl. N. Göbbel/M. Knaust/M. Linnemann u. a., a. a. O. (Anm. 14).

  41. Vgl. M. Knaust/L. Linnemann, 10 Thesen zum Fanverhalten, in: Werder-Revue, (1982) 12, S. 20.

  42. Ebd.

Weitere Inhalte

Helmut Heitmann, Dipl. -Pädagoge, geb. 1956; Studium der Dipl. -Pädagogik mit Schwerpunkt Sozialpädagogik an der Freien Universität Berlin; zur Zeit an der Technischen Universität Berlin mit einem Vorbereitungsprojekt zum Thema „Ethnozentrismus und Gewalt — Lebenswelt, öffentliche Wahrnehmung, neonazistische Einflüsse und Möglichkeiten spezifischer Jugendarbeit bei männlichen Fußballfans“ befaßt.