Über das Projekt

 

Das Projekt werkstatt.bpb.de – Digitale Bildung in der Praxis ist eine (Online-) Werkstatt, die in Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung mit der Kooperative Berlin, Lichtschliff e.V., seine Umsetzung findet. Thema ist die zeitgemäße Vermittlung von Zeitgeschichte und Politik im Alltag deutscher Schulen und in der außerschulischen Bildung vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie Migration und Digitalisierung.

 

Der Erfahrungshorizont der Schülerschaft wird zunehmend multikultureller und multiethnischer. Aspekte wie Migration und Digitalisierung verändern zunehmend den Schulalltag. Lebenswelten verschieben sich in den digitalen Raum. Smartphones und soziale Netzwerke sind omnipräsent, aber kaum Teil einer konstruktiven Nutzung im Unterricht. Die Effekte der Digitalisierung und der dauerhaften Migration werfen für Lehrende zahlreiche drängende Fragen auf.

 

Das Projekt werkstatt.bpb.de – Digitale Bildung in der Praxis fragt, diskutiert und erforscht, wie das Lernen in Zukunft aussieht. Wie können Technologien und Onlineangebote genutzt werden, um Jugendliche dort abzuholen, wo sie sind? Wie lassen sich Themen des Geschichts- oder Politikunterrichts – wie Demokratie und Menschenrechte – an Klassen vermitteln, in denen zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus Familien stammen in deren Erfahrungshorizont Themen wie Zweiter Weltkrieg oder Mauerfall nicht zu den Selbstverständlichkeiten der eigenen Lebenswelt gehören? Wie passt die eigene, nationale Erzählung zu den Perspektiven und Erfahrungshorizonten der anderen Mitschülerinnen und Mitschüler? Und wie können Jugendliche im Anschluss für den Mehrwert einer Partizipation in der Demokratie begeistert werden? 

 

Der Begriff “Werkstatt” betont den prozesshaften Charakter des Projekts. Alle Aktivitäten, Thesen und Beiträge befinden sich in der stetigen Weiterentwicklung und verstehen sich als Forschungsgegenstand. Das unmittelbare Ziel des Projekts ist der Aufbau einer aktiven Community von Lehrenden, Akteuren, Expertinnen und Experten, die sich gemeinsam mit uns über die oben genannten Themen und Fragen auseinandersetzen will. Langfristig sollen Bildungsangebote vor dem Hintergrund der oben genannten Herausforderungen optimiert, angepasst, alltagstauglicher gemacht werden. 

 

Das Projekt startet mit dem Schuljahr 2011/12. Die Online-Werkstatt stellt in Form eines Weblogs eines der Instrumente bzw. “Aktionen” innerhalb des Gesamtprojekts dar. Weitere Aktionen sind die enge Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnerschulen, Mikrokonferenzen (SpeedLabs) und das konkrete Testen und Evaluieren (Testings) von Bildungsprodukten.

 

Online-Werkstatt

Die Online-Werkstatt ist ein redaktionell betriebenes Blog über die mediale Vermittlung von Zeitgeschichte und Politik im Alltag deutscher Schulen. Die Arbeit in der Online-Werkstatt wird transparent dokumentiert und versteht sich als “Work in Progress”.

An dem Blog beteiligen sich bundesweit ausgewählte Bildungspraktikerinnen und Bildungspraktiker: Lehrerinnen und Lehrer, Politische Bildner, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Schülervertreterinnen und Schülervertreter. Gemeinsam sollen zwei Fragen erforscht werden: Wie können digitale Medien den Unterricht in immer heterogeneren Klassen unterstützen? Wie kann deutsche und europäische Zeitgeschichte im Unterricht mit einer wachsenden Zahl an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund zeitgemäß – also optimaler Weise mit digitalen Bildungsangeboten und Instrumenten – vermittelt werden?

 

In einer aktiven Community sollen Lehrerinnen, Lehrer und politische Bildner mit Vertreterinnen und Vertretern vielfältiger Bildungsinstitutionen in einen direkten Kontakt miteinander treten und bestehende Bildungsangebote und denkbare neue Vermittlungsstrategien gemeinsam, offen und konstruktiv diskutieren. Inhalte der Diskussion können z.B. thematische Konzepte über die Aufbereitung und Vermittlung von Lehrstoff, persönliche Erfahrungsberichte, Experteninterviews oder Online-Umfragen sein. 

Als längerfristiges Ziel stehen konkrete Handlungsempfehlungen an die bpb über die Verbesserung von Vermittlungsstrategien und Materialien für den Geschichts- und Politikunterricht. Zentrale Frage ist, wie Lehrmaterialien gestaltet sein müssen, um den heutigen, veränderten Bedürfnissen an den Schulen gerecht zu werden. 

 

Partnerschulen & Workshops

Als elementarer Teil des Projekts arbeiten bundesweit ausgewählte Partnerschulen im Rahmen des aktuellen Schuljahres an der Werkstatt mit. Im Zuge der Kooperation wird mindestens ein ganztägiger Medien- und Geschichtsworkshop an den Schulen durchgeführt, die Lehrerinnen und Lehrer werden bei Bedarf über das Schuljahr hinweg mit Tipps und Empfehlungen betreut. Die Lehrenden erhalten ein nach Absprache gestaltetes Bildungspaket mit verschiedenen Lehrmaterialien, die innerhalb des Zeitraums der Kooperation getestet werden. Die Lehrmaterialen können direkt im Unterricht eingesetzt oder von den Schülerinnen und Schülern als externes Arbeitsmaterial außerhalb des Unterrichts verwendet werden. 

 

Die eintägigen Workshops werden individuell den jeweiligen Zeitplänen und Bedürfnissen der Partnerschule angepasst. Sie stehen ergänzend zum Lehrplan und basieren auf einer projektbezogenen Arbeit im Unterricht, bei der thematische Einheiten mit selbständiger Medienarbeit verbunden werden. Sie bieten Anleitung sowohl bei der inhaltlichen Recherche als auch der Konzeption für die Herstellung eigener Medienbeiträge. Am Ende der Workshops stehen eine ausführlich Feedback-Runde im Klassenverband und gezielte Video-Interviews über die Einschätzungen und Erfahrungen der Lehrenden als auch einigen Schülerinnen und Schülern. Als Vertiefung der erlernten Methoden fertigen die Schülerinnen und Schüler im Anschluss an die Workshops eigenständig eine Projektarbeit an, entweder als Einzel- oder Gruppenarbeit, die zum Ende des Schuljahres präsentiert werden soll.

 

Die konkreten Ziele dieser Zusammenarbeit sind:

 

- die Unterstützung der Lehrenden bei ihrer Arbeit im Geschichts- und Politikunterricht,

 

- die nachhaltige Aktivierung des Wissens und Interesses der Schülerinnen und Schüler für die deutsche und europäische Zeitgeschichte

 

- die Schulung der Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler,

 

- die Förderung der selbständigen Projektarbeit der Schülerinnen und Schüler,

 

- die Überprüfung der aktuellen Vermittlungsmethoden und Bildungsangebote auf ihre Realitätsnähe,

 

- die Formulierung neuer Vermittlungsansätze und bildungspolitischer Forderungen.

 

Die Effektivität und Effizienz des Projekts basieren auf einer intensiven und individuellen Zusammenarbeit zwischen Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern und dem Projektteam. Die Erfahrungen der Workshops werden durch das Projektteam ausführlich evaluiert und auf der Homepage des Projekts zur Verfügung gestellt. Die Lehrerinnen und Lehrer haben darüber hinaus, im Rahmen der Online-Werkstatt, die Möglichkeit, ihre eigenen Erfahrungen und Einschätzungen zu dokumentieren. Abschließend werden die Ergebnisse der Zusammenarbeit online veröffentlicht, diskutiert und ausgewertet. Neue Vermittlungsansätze und bildungspolitische Forderungen werden abgeleitet und formuliert. 

 

SpeedLabs

“SpeedLabs” sind eintägige Mikrokonferenzen, die zu den beiden Themen Migration und Digitalisierung veranstaltet werden. Sie sind eine Kombination aus einer Podiumsdiskussion, Vorträgen und Kurz-Workshops (“LernLabs”) in Anlehnung an “Speeddating”. Neben ausgewählten Expertinnen und Experten werden ca. 50 Bildungspraktiker an den Veranstaltungen teilnehmen. Während eines Lernlabs bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Chance, eine Reihe von Expertinnen und Experten in kurzen Diskussionen kennen zu lernen und zu befragen. Ziel der LernLabs ist die Formulierung von konkreten Thesen für Veränderungen im Schulalltag, insbesondere bei der Geschichts- und Politikvermittlung. 

 

Ausprobiert

Multimediale Lehrmaterialien spielen innerhalb des Projekts eine besondere Rolle. Welche medialen Formate erreichen die Schülerinnen und Schüler? Welche Medien sind tagtäglich in der Lebenswelt der Schülerschaft vorhanden und erleichtern den pädagogischen Zugang zu ihnen? Wie müssen Themen und Inhalte grafisch, strukturell und didaktisch aufbereitet sein, damit sie das Interesse der Schülerinnen und Schüler wecken und eine dauerhafte Auseinandersetzung ermöglichen? Um eine möglichst optimale Gestaltung von multimedialen Lehrmaterialien zu fördern, sind alle Interessierten im Rahmen des Projekts aufgerufen, kostenloses Lehrmaterial anzufordern und zu testen. Welche Möglichkeiten bietet das Material für den Einsatz im Unterricht? Die Beurteilungen der getesteten Materialien werden ausführlich evaluiert, Handlungsempfehlungen für die Produktion weiterer Produkte werden abgeleitet und artikuliert. 

 

Weitere Hinweise zu einzelnen Bausteinen und insbesondere des Weblogs finden Sie unter FAQs. Die Projektverantwortlichen finden Sie unter Impressum, eine Kurzbeschreibung der Autoren dieses Blogs unter Autoren.

 

Sollten Sie grundsätzliche Anregungen zu diesem Projekt oder dem Weblog haben, können Sie sich gerne über Kontakt an uns wenden. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

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