Kurz-Interview mit Herbert Jancke

 

Gläserne Klassenzimmer und kein Weg zurück zum Rechnerraum – dazu befragt werkstatt.bpb Herbert Jancke am Rand der Bildungsmesse didacta. Jancke ist Leiter des Projektes mobiles lernen-21 beim Verein n-21, der sich für die Medienkompetenz niedersächsischer Schüler_innen und Lehrer_innen, sowie Maßnahmen zur Bereitstellung und Verbesserung von digitalen Bildungsmaterialien einsetzt.


 

Werkstatt.bpb: Was sind die Trends 2015 im Bereich digitale Medien und digitales Lernen?

Jancke: Die Trends gehen ganz klar dahin, dass alle Schüler_innen ihr eigenes Gerät haben – wie auch immer das aussieht, wie auch immer das finanziert wird. Ein Zurück zum Rechnerraum wird es nicht geben. Der Trend wird immer weiter in Richtung individuelle, digitale Lernwerkzeuge und Lernumgebungen gehen. Im Regelfall sind dies Tablets, Netbooks, Notebooks oder auch Smartphones.

 

Stichwort digitale Didaktik. Wie stehen Sie dazu — brauchen wir eine neue, digitale Didaktik für den Einsatz digitaler Medien?

Ja und Nein. Grundsätzlich ist es so, dass die digitalen Geräte Werkzeuge sind – Werkzeuge, um Lernziele zu erreichen. Wir brauchen insofern eine veränderte Didaktik, als dass diese Geräte ganz neue Möglichkeiten bieten, die ohne sie gar nicht vorhanden wären. Diese Möglichkeiten müssen selbstverständlich genutzt werden, um einmal die Lernziele zu erreichen und um Kompetenzen bei Schüler_innen zu entwickeln, die es ohne diese Geräte gar nicht gäbe.

 

Auf welche Aspekte kommt es beim Einsatz von digitalen Medien im Unterricht besonders an?

Ich betrachte das eher aus der Perspektive der Schulentwicklung. Wenn ein_e Lehrer_in digitale Medien einsetzen möchte, dann muss das von Anfang an sehr gut geplant sein. Wir hatten Projekte, die gescheitert sind,  in die sehr viel Arbeit und Geld investiert wurde und es trotzdem nicht funktioniert hat. Der erste Schritt ist immer, alle mit ins Boot zu holen und die Lehrkräfte zu qualifizieren. Das ist das A und O, dann klappt es auch. Dabei müssen wir von Schulen lernen, die diese Erfahrung schon haben. Sie können diejenigen, die sich neu auf den Weg machen, weiterbringen.

 

Sie präsentieren auf der didacta 2015 das gläserne digitale Klassenzimmer. Spielt das Thema “gläserne Schüler_innen“ in Bezug auf Datenschutz für Sie auch eine Rolle?

Mir geht es mehr um die Chancen, die durch digitale Medien entstehen. Natürlich spielen auch der Datenschutz, das Persönlichkeits- und das Urheberrecht eine Rolle. Das ist bei analogen Geräten häufig nicht Hauptthema, bei den digitalen ist das jedoch so.

 

Vielen Dank für das Gespräch!