Innovationen im Schulbereich – unser Fragebogen.

Machen Sie mit!

 

Der konstruktive Austausch über die eigene Arbeit birgt nachgewiesenes Potenzial für mehr Vielfalt und Qualität. Was bedeutet Qualität im Kontext Schule? Welche Rahmenbedingungen müssen berücksichtigt werden? Die Werkstatt erfragt im Fragebogen vorhandene Formen (digitalen) Austauschs und (digitaler) Zusammenarbeit.

 

 

Die Vision von vernetzten und kooperativen Schulen

 

Das neue Unterrichtsfach heißt „Ergebnisoffenes Entwickeln“. Neben dem regulären und gewohnten Fächern haben Lehrende und Lernende eines Jahrgangs und fächerübergreifend hier freie Zeit. Wozu? Um gemeinsam Ideen zu spinnen, neue Unterrichtsformate und Bildungsmaterialien zu entwickeln, sie im Anschluss mit den anderen Schüler_innen zu erproben und zu evaluieren. Kollaborativ in Arbeitsgruppen oder über die digitale Plattform, angebunden an das Schulcloudsystem, in dem alle (Open Source) Dateien geschützt liegen können. Die Schulleitung unterstützt, gibt Raum und leitet die Schule kooperativ und in Zusammenarbeit mit dem Kollegium. Noten spielen hier keine Rolle. Anregungen und Änderungen sind transparent und nachvollziehbar für alle einsehbar.

 

Eine bundesweite, interaktive Online-Plattform macht nicht vor den Vorgaben und Lehrplänen der Länder halt. Hier findet der Austausch über die gemachten Erfahrungen statt. Gut funktionierende Module und Unterrichtseinheiten können von anderen genutzt und weiterentwickelt werden – wenn gewünscht öffentlich sichtbar für alle oder privat in kleinem Kreis. Darüber hinaus ist ersichtlich, welche Hospitationsmöglichkeiten es für die eigenen Entwicklungsbedarfe gibt. 

 

Klingt nach Wunschdenken oder doch nach einer genialen Idee für mehr Austausch an und zwischen Schulen? Das will werkstatt.bpb.de herausfinden.

 

 

Die Realität: verkrustete Strukturen und grobe Kritik

 

An der (Schul-)Realität vorbei? Die Vision ist wenig bedarfsorientiert? Der konstruktive Austausch über die eigene Arbeit birgt nachgewiesenes Potenzial für mehr Vielfalt und Qualität. Derzeit birgt das „starre“ System Schule, oberflächlich betrachtet, jedoch wenig Gestaltungsspielraum für Veränderung. Beobachtungen der Bildungsforschung deuten darauf hin, dass Innovationsprozesse im Schulbereich etwa 15 bis 20 Jahre dauern, da sie erst Rückhalt in der gesamten Gesellschaft finden müssen. Ob haltbar oder nicht, prinzipiell sehen sich die Institution Schule und die Person des Lehrers, der Lehrerin an sich häufig grober, meist prinzipieller Kritik in Bezug auf ihre verkrusteten (Infra-)Strukturen in Sachen Technik, Personalentwicklung und Offenheit für neue Bildungs-/Unterrichtsformate oder neue Formen der Zusammenarbeit ausgesetzt.

 

 

Der kollektive Wunsch nach Veränderung und die Frage nach dem „Wie“

 

Pilotprojekte zeigen, dass Veränderung möglich ist und der Wunsch für neue, kooperativere Strukturen vorhanden. Mit den entsprechenden Unterstützungssystemen, neuen Kooperationsformen und vor allem dem kollektiven Wunsch zur Veränderung. Insbesondere wenn neben Schulleitung und Kollegium möglichst auch weitere Akteur_innen in den Prozess eingebunden werden – wie z.B. Schulaufsicht, Sozialarbeiter_innen und Kommune.

 

Die Schule als Ort der Bildung hat gesellschaftliche Verantwortung und sieht sich den unterschiedlichsten Anforderungen und Erwartungen gegenüber. Sie gilt als Schutzraum, unabhängig von wirtschaftlichen Interessen und Mechanismen. Mit neuartigem, meist extern auferlegtem Qualitätsmanagement können sich die meisten Schulen wenig identifizieren. Die Rückmeldung: Sie gingen meist an der Schulrealität vorbei und berücksichtigten keine konkreten Bedarfe. Die Personalstruktur von Schulen ist derzeit meist klar hierarchisch geordnet. Anreize für eigenen Ideen, kooperative Arbeitsweisen gelten als rar; der Austausch untereinander und das Einbringen konstruktiven Feedbacks wirken arbeitsaufwendig und ineffektiv. Zeit-, Personal- und Budgetmangel bestimmen oberflächlich betrachtet den Schulalltag. Die aus anderen (Arbeits-)Bereichen gewohnt schnelle Kommunikation, die Zusammenarbeit über intuitive Tools basieren meist auf marktorientierten Angeboten. Das häufige Ergebnis: Eigeninitiatives Engagement findet wenig Anerkennung und mündet in Innovationsinseln, von denen andere Interessierte derzeit nur wenig profitieren können. 

 

 

Der Fragebogen von werkstatt.bpb.de

 

Was sind die Faktoren, damit die eigene Arbeit qualitativ so verbessert werden kann, dass insbesondere Schüler_innen davon profitieren? Was bedeutet das für die Strukturen im Schulbereich? Die Werkstatt der bpb forscht, fragt nach und will vor allem die Metaebene verlassen. Dazu benötigen wir Ihre Unterstützung! Was sind die konkreten Bedarfe von Schulen? Und welche Anreize für Feedback, kreativen Austausch und neue Ideen gibt es? Beantworten Sie unseren Fragebogen.

 

Wir freuen uns, wenn möglichst viele Interessierte sich die Zeit nehmen und unseren Fragebogen bis 11. JULI 2014 ausfüllen möchten. Die Ergebnisse werden vertraulich behandelt und münden in eine Expertise für die Bundeszentrale für politische Bildung. Zum Fragebogen: http://werkstatt.bpb.de/innovationen-in-der-schule-der-fragebogen/ 

 

 

Foto: flickr.com/speedoflife, Andy Lamb, Lizenz: CC BY 2.0